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Sommerstürme: Was tun, um das Wasser wiederherzustellen

Saison · 3. Juni 2026 · Gabriel Micó Victoria

Piscina cubierta con estructura de tela mosquitera bajo una fuerte lluvia de verano

Was passiert mit dem Poolwasser während eines Sommersturms?

Ein Sommersturm bringt weit mehr mit sich als sichtbare Verunreinigungen wie Blätter und Äste. Starker Regen verdünnt das Poolwasser und verändert dadurch den pH-Wert und die Konzentration aller Chemikalien. Wind trägt Staub, Pollen, Insekten und organische Partikel ins Wasser, die als Nährstoff für Algen und Bakterien dienen. Temperaturstürze, die mit manchen Gewitterfronten einhergehen, können zudem die Chlorwirkung beeinflussen, da freies Chlor bei niedrigeren Temperaturen langsamer reagiert.

Regen, besonders in städtischen Gebieten, enthält gelöste Schadstoffe, Ruß und manchmal Stickstoffverbindungen aus der Luft. Diese Substanzen belasten das Wasser chemisch und können den pH-Wert stark verschieben — sowohl nach oben als auch nach unten, je nach Zusammensetzung des Regenwassers. Ein pH-Wert, der nach einem Sturm weit außerhalb des Normbereichs liegt, ist keine Seltenheit.

Das Tückische an Sturmereignissen ist, dass das Wasser danach oft optisch klar wirkt, chemisch aber aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die unsichtbaren Veränderungen — zu niedriger Chlorgehalt, erhöhter Bakteriengehalt, gestörter pH-Wert — sind nicht weniger gefährlich als sichtbare Trübung. Deshalb ist nach jedem nennenswerten Sturm eine Wassermessung obligatorisch, bevor wieder gebadet wird.

Erste Schritte nach dem Sturm: Sichten und Messen

Sobald der Sturm vorbei ist, zunächst sichtbare Verunreinigungen entfernen. Mit einem Kescher grobe Verunreinigungen wie Blätter, Äste und Insekten von der Oberfläche abschöpfen. Dann Skimmerkorb und Vorfilterbehälter der Pumpe leeren — diese sind nach einem Sturm erfahrungsgemäß gut gefüllt. Wenn der Skimmer verstopft ist, kann die Pumpe keine ausreichende Wassermenge umwälzen und der Filter arbeitet ineffizient.

Als nächstes den Wasserstand prüfen. Starker Regen kann den Wasserspiegel über die Skimmeröffnungen heben, was die Oberflächenabsaugung unterbricht. Falls nötig, Wasser ablassen bis der Wasserstand wieder im richtigen Bereich liegt (10 bis 15 cm unterhalb des Beckenrands). Ein zu hoher Wasserstand ist genauso problematisch wie ein zu niedriger.

Jetzt die Wasseranalyse durchführen: pH-Wert, freies Chlor und wenn möglich Gesamtalkalität messen. Diese Werte bilden die Grundlage für alle weiteren Korrekturen. Ohne Messung zu dosieren ist gefährlich — man riskiert eine Überbehandlung, die das Wasser aggressiv gegenüber Haut und Augen macht und den Liner oder die Keramik angreifen kann.

Chemie nach dem Sturm richtig korrigieren

Die Reihenfolge der Korrektur ist entscheidend: Zuerst die Gesamtalkalität auf 80 bis 120 ppm bringen, dann den pH-Wert auf 7,2 bis 7,6 korrigieren, erst danach das Chlor anpassen. Wenn die Alkalität aus dem Ruder läuft, ist der pH-Wert schwer zu stabilisieren und driftet nach jeder Korrektur wieder weg. Eine stabile Alkalität ist die Basis für einen stabilen pH-Wert.

Das freie Chlor sollte nach einem Sturm auf 3 bis 5 ppm angehoben werden — etwas über dem normalen Bereich, um eventuelle bakterielle Belastung durch Regenwasser und organische Einträge zu neutralisieren. Die Pumpe dabei laufen lassen, damit das Chlor gleichmäßig verteilt wird. Nach 12 bis 24 Stunden Betrieb den Chlorgehalt erneut messen; er sollte sich dann wieder auf den Normbereich von 1 bis 3 ppm eingepegelt haben.

Wenn das Wasser nach dem Sturm stark getrübt ist oder eine grünliche Verfärbung zeigt, ist eine vollständige Schockbehandlung notwendig. Dazu das Chlor auf 5 bis 10 ppm anheben und die Pumpe 24 Stunden durchlaufen lassen. Den Filter nach dieser Behandlung gründlich rückspülen oder reinigen, da er die abgetöteten Algen und organischen Partikel aufgenommen hat. Erst nach der Filtrreinigung wird das Wasser schnell klar.

Filtration nach dem Sturm: die mechanische Aufarbeitung

Der Filter leistet nach einem Sturm Schwerstarbeit. Ein erhöhter Filterdruck zeigt an, dass der Filter mit Partikeln beladen ist. Bei Sandfiltern sofort rückspülen, wenn der Druck um mehr als 0,5 bar gestiegen ist. Mehrmaliges Rückspülen kann notwendig sein, bis der Druck wieder auf den Ausgangswert fällt. Zwischen den Rückspülvorgängen kurze Pausen einhalten, damit der Sand sich setzen kann.

Die Filterpumpe sollte nach einem Sturm mindestens 24 Stunden durchgehend laufen, um das gesamte Wasservolumen mehrfach zu filtern. Bei einem Becken mit 40 bis 60 m³ Inhalt und einer typischen Durchflussleistung von 6 bis 8 m³/h werden 8 bis 10 Stunden für eine vollständige Umwälzung benötigt. Ein längerer Betrieb stellt sicher, dass auch schwerer Bodenschmutz aufgewirbelt und gefiltert wird.

Nach der Schockbehandlung und dem Filterbetrieb das Becken saugen. Abgetötete Algen und organisches Material sinken zu Boden und sollten mit dem Bodensauger entfernt werden. Wenn sie liegen bleiben, zersetzen sie sich und belasten das Wasser erneut. Dieser letzte mechanische Schritt rundet die Aufarbeitung nach dem Sturm ab und beschleunigt die Klärung des Wassers erheblich.

Vorbeugung: was man vor dem nächsten Sturm tun kann

Wenn ein Sturm angekündigt wird, lohnt es sich, vorausschauend zu handeln. Den Pool abdecken, bevor der Sturm einsetzt — auch wenn es nur eine einfache Folie ist. Eine Abdeckung hält den größten Teil der mechanischen Verunreinigungen (Blätter, Zweige) aus dem Wasser und reduziert den Reinigungsaufwand danach erheblich. Sie schützt außerdem vor dem Verdünnungseffekt durch Regen, der die Chemie aus dem Gleichgewicht bringt.

Alle losen Gegenstände in der Nähe des Pools — Sonnenschirme, Liegestühle, Spielzeug, Pflanzenkübel — vor dem Sturm sichern oder einräumen. Diese können vom Wind ins Becken geworfen werden und Schäden am Liner oder an den Beckenrändern verursachen. Besonders Gegenstände mit scharfen Kanten sind eine Gefahr für den Liner.

Langfristig hilft ein gutes Drainagesystem rund um den Pool, das Regenwasser gezielt ableitet, bevor es ins Becken fließt. Wer häufig starke Sommerstürme erlebt, kann auch in Betracht ziehen, einen Wasserüberlauf zu installieren, der bei Überfüllung automatisch Wasser ablässt. Diese Investition reduziert die Nacharbeit nach Stürmen dauerhaft und schützt den Pool vor strukturellen Belastungen durch zu hohes Wassergewicht.

Die wichtigsten Tipps nach einem Sommersturm

  • Sichtbare Verunreinigungen sofort entfernen und Skimmer leeren.
  • Wasserstand prüfen und bei Bedarf auf korrektes Niveau anpassen.
  • pH-Wert, Chlor und Alkalität messen, bevor Chemikalien zugegeben werden.
  • Reihenfolge einhalten: erst Alkalität, dann pH-Wert, dann Chlor korrigieren.
  • Filter rückspülen und Pumpe 24 Stunden durchlaufen lassen.
  • Pool vor angekündigten Stürmen abdecken, um Nacharbeit zu reduzieren.
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