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Warum Algen an den Ecken auftauchen und wie man sie stoppen kann

Probleme · 3. Juni 2026 · Gabriel Micó Victoria

Agua de piscina con crecimiento de algas y suciedad acumulada

Warum entstehen Algen bevorzugt in den Ecken?

Algen wachsen überall dort, wo drei Faktoren zusammentreffen: Sonnenlicht, Nährstoffe und stehendes Wasser. Die Ecken eines Pools sind prädestiniert für genau diese Kombination. Die Wasserzirkulation ist in Ecken naturgemäß schwächer als in der Mitte des Beckens; das Wasser bewegt sich weniger und der Chlorgehalt sinkt lokal schneller. Gleichzeitig sammeln sich in Ecken Hautschuppen, Haare, Schmutzpartikel und organische Reste, die Algen als Nährstoffquelle dienen.

Direkte Sonneneinstrahlung auf die Ecken verschärft das Problem, da UV-Licht die Photosynthese der Algen antreibt. In Pools, deren Rücklaufdüsen so ausgerichtet sind, dass die Wasserbewegung vor allem im Beckeninneren stattfindet, bilden sich in den Ecken regelrechte tote Zonen. Dort ist das Chlor schnell verbraucht, die Desinfektionswirkung schwindet und Algen können sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden sichtbar festsetzen.

Sobald man in einer Ecke einen grünen oder rutschigen Belag bemerkt, sollte man nicht warten. Die Algen breiten sich schnell aus und verankern sich immer fester in Poren und Fugen. Frühzeitiges Eingreifen — Bürsten und Chlorwert prüfen — ist deutlich einfacher als das Bekämpfen einer ausgewachsenen Algenblüte.

Die Rolle von pH-Wert und Chemie bei der Algenbildung

Der pH-Wert ist einer der wichtigsten Faktoren für die Wirksamkeit des Chlors. Bei einem pH-Wert über 7,8 verliert das Chlor erheblich an desinfizierender Kraft, selbst wenn der gemessene Wert im Normbereich liegt. Algen können dann unkontrolliert wachsen, obwohl man regelmäßig Chemikalien dosiert. Der ideale pH-Wert für eine effektive Chlorwirkung liegt zwischen 7,2 und 7,6.

Das freie Chlor sollte zwischen 1 und 3 ppm liegen. Fällt es darunter — was nach heißen Tagen, starker Nutzung oder bei schlechter Filtration schnell passieren kann — bietet das Wasser keinen ausreichenden Schutz mehr gegen Algen. Besonders gefährdet sind Becken, die nachmittags stark von der Sonne beschienen werden: UV-Strahlung baut freies Chlor rasch ab. Stabilisatorzusätze (Cyanursäure) können in solchen Fällen helfen, den Chlorabbau durch UV zu verlangsamen.

Bicarbonate (Gesamtalkalität) spielen eine stabilisierende Rolle: Eine Alkalität zwischen 80 und 120 ppm verhindert starke pH-Schwankungen. Bei hartem Wasser kann die Alkalität zu hoch sein und den pH-Wert nach oben treiben. In solchen Fällen hilft ein pH-Senker, aber die Gesamtalkalität sollte separat überwacht werden, um das System insgesamt stabil zu halten.

Wasserzirkulation verbessern: die strukturelle Lösung

Die effektivste langfristige Maßnahme gegen Algen in Ecken ist die Verbesserung der Wasserzirkulation. Wenn die Rücklaufdüsen so ausgerichtet werden, dass der Wasserstrom die gesamte Beckenoberfläche inklusive der Ecken erfasst, wird das stehende Wasser aufgebrochen und Chlor gleichmäßig verteilt. Bei Rechteckbecken empfiehlt es sich, die Düsen leicht schräg einzustellen, sodass ein kreisender Strömungseffekt entsteht.

Die Filterpumpe sollte täglich mindestens 8 bis 10 Stunden laufen. In kleinen Pools oder bei hohen Temperaturen kann auch ein längerer Betrieb sinnvoll sein. Eine leistungsschwache Pumpe, die weniger als 3 Stunden täglich läuft, kann die nötige Wasserumwälzung nicht gewährleisten und lässt tote Zonen entstehen. Beim Kauf einer neuen Pumpe sollte die Kapazität auf das Beckenvolumen abgestimmt sein.

Zusätzlich kann ein Bodenreiniger (Sauger) helfen, den Bodenbereich regelmäßig zu reinigen. Am Boden sammeln sich abgestorbene Algen und organisches Material, das wieder als Nährstoff für neues Wachstum dient. Ein wöchentlicher Saugvorgang verhindert diese Ansammlung und ergänzt die chemische Bekämpfung.

Manuelle Reinigung und Algizide: so geht man vor

Wenn Algen in den Ecken sichtbar sind, ist sofortige manuelle Reinigung mit einer Poolbürste der erste Schritt. Die Bürste löst die Algen von der Oberfläche und bringt sie ins Wasser, wo Chlor und Filter sie abbauen und entfernen können. Ohne diesen Schritt bleiben Algen in Fugen und Mikroporen verankert, auch wenn die Chemie stimmt. Bei Betonbecken kann eine Drahtbürste verwendet werden; bei Liner oder Fiberglas nur weiche Kunststoffborsten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.

Nach dem Bürsten ist eine Schockbehandlung mit erhöhtem Chlorgehalt (5 bis 10 ppm) sinnvoll. Diese Stoßdosis tötet freigesetzte Algen ab und verhindert eine sofortige Neuansiedlung. Die Pumpe während und nach der Schockbehandlung weiterlaufen lassen, damit das Chlor im gesamten Becken verteilt wird und der Filter die abgetöteten Algen entfernen kann. Nach 24 bis 48 Stunden den Chlorwert wieder auf den Normbereich absinken lassen.

Algizide sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für Bürsten und Chlor. Sie wirken vorbeugend und können bei regelmäßigem Einsatz das Wiederkehren von Algen verlangsamen. Bei starkem Algenbefall sollte zunächst gebürstet, gechlort und erst danach ein Algizid eingesetzt werden. Die Reihenfolge ist entscheidend: Ein Algizid auf starkem Algenbefall ohne vorherige mechanische Reinigung ist wenig wirksam.

Vorbeugung: wie man das Problem dauerhaft vermeidet

Vorbeugung ist einfacher als Bekämpfung. Wer wöchentlich die Ecken abbürstet — auch wenn kein sichtbarer Belag vorhanden ist — verhindert die Ansammlung von Nährstoffen und die Entstehung von Algenteppichen. Dieser Schritt kostet 5 Minuten pro Woche und spart stundenlanges Schrubben bei einem Algenausbruch. Die wöchentliche pH- und Chlorkontrolle gehört dazu: Werte außerhalb des optimalen Bereichs sofort korrigieren.

Die Ausrichtung der Rücklaufdüsen sollte gelegentlich überprüft werden. Düsen können sich mit der Zeit verdrehen oder verschleißen. Eine Inspektion einmal pro Saison und gegebenenfalls eine Neuausrichtung stellt sicher, dass die Zirkulation weiterhin alle Bereiche des Beckens erreicht. Ältere Düsen, die nicht mehr korrekt schließen, sollten ersetzt werden.

Nach starker Nutzung — Partys, viele Badegäste, intensiver Sonneneinfall — empfiehlt sich eine leichte Schockbehandlung und eine extra Reinigung der Ecken. Das Wasser nimmt nach intensiver Benutzung mehr organische Verbindungen auf, die den Chlorverbrauch erhöhen und das Algenwachstum begünstigen. Wer hier proaktiv handelt, vermeidet, dass sich das Problem innerhalb weniger Tage aufschaukelt.

Tipps gegen Algen in den Poolecken

  • Ecken wöchentlich mit einer Poolbürste abschrubben, auch wenn kein Belag sichtbar ist.
  • pH-Wert zwischen 7,2 und 7,6 halten, damit das Chlor seine volle Wirkung entfaltet.
  • Freies Chlor zwischen 1 und 3 ppm halten und nach heißen Tagen nachkorrigieren.
  • Rücklaufdüsen so ausrichten, dass die Strömung alle Ecken des Beckens erfasst.
  • Filterpumpe täglich mindestens 8 Stunden laufen lassen.
  • Bei Algenbefall sofort bürsten, Schockbehandlung durchführen und dann Algizid einsetzen.
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