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Cream Legbar: die selbstbestimmte Rasse, die blaue Eier legt

Rassen · 2026-06-14 · Gabriel Micó Victoria

Gallina Cream Legbar con cresta característica y plumaje barrado

Entstehungsgeschichte: ein genetisches Meisterstück aus Cambridge

Die Cream Legbar wurde in den 1930er Jahren an der Universität Cambridge von den Genetikern Reginald Crundall Punnett und Michael Pease entwickelt. Das Ziel war ehrgeizig: eine Rasse zu schaffen, bei der das Geschlecht der Küken bereits unmittelbar nach dem Schlüpfen anhand äußerlicher Merkmale bestimmt werden kann, ohne die aufwändige und schwer zu erlernende manuelle Sexierung. Dazu wurde der Leghorn mit der Araucana gekreuzt, um gleichzeitig das oocyan-Gen für blaue Eier in die neue Linie einzubringen.

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen: Die Cream Legbar vereint in einer einzigen Rasse das Autosexing-Merkmal, blaue Eier und eine solide Legeleistung. Sie blieb jedoch lange ein Nischenprodukt für spezialisierte Züchter. Erst in den letzten Jahrzehnten, mit dem wachsenden Interesse an seltenen Rassen und farbigen Eiern, erlebte sie eine Renaissance und gewinnt auch in Spanien langsam an Bekanntheit.

Was ist Autosexing und warum ist es so wertvoll?

Autosexing bedeutet, dass man das Geschlecht der frisch geschlüpften Küken allein durch ihr äußeres Erscheinungsbild bestimmen kann, ohne aufwändige Techniken anzuwenden. Bei der Cream Legbar haben die männlichen Küken beim Schlüpfen einen hellen, cremefarbenen Kopffleck und wirken insgesamt heller als die Weibchen. Die weiblichen Küken sind deutlich dunkler und haben keinen auffälligen Fleck auf dem Kopf. Dieser Unterschied ist sofort sichtbar und erfordert keinerlei Fachwissen.

Für Hobbyhalter, die keine Hähne im Bestand wünschen, ist das ein enormer Vorteil. Wer Easter Egger oder Ameraucana kauft, erhält oft eine Mischung aus Hennen und Hähnen und muss warten, bis die Tiere alt genug sind, um das Geschlecht erkennen zu können. Bei der Cream Legbar ist diese Unsicherheit von Beginn an ausgeschlossen. Das spart Zeit, Geld und vermeidet die unangenehme Situation, nicht gewollte Hähne wieder loswerden zu müssen.

Das charakteristische Aussehen: Kamm, Haube und blaues Ei

Die Cream Legbar hat neben dem einfachen Kamm auch eine kleine Federhaube am Hinterkopf — ein Merkmal, das sie sofort von anderen Rassen unterscheidet. Diese Haube ist ein Erbe des Araucana-Blutes in ihrer Genetik. Das Gefieder ist cremefarben bis grau gestreift, und der Körper wirkt schlank und elegant. Insgesamt verleiht ihr dieses Erscheinungsbild einen unverwechselbaren Auftritt im Hühnerstall.

Die Eierfarbe ist helblau bis himmelblau — weniger intensiv als bei der reinen Araucana, aber sehr geschätzt und auf lokalen Märkten gut vermarktbar. Die Eier sind mittelgroß und haben eine solide Schale. Da jede Henne ihr Leben lang immer dieselbe Farbe legt, kann man beim Direktkauf von bekannten Linien gut vorhersagen, welchen Farbton man erhält. Zwischen 200 und 230 Eier pro Jahr ist die Cream Legbar produktiver als die Araucana und damit eine praktischere Wahl für die Eivermarktung.

Temperament, Haltungsanforderungen und Eignung

Die Cream Legbar hat ein aktives und etwas nervöses Temperament — ein Erbe des Leghorn-Anteils in ihrer Genetik. Sie ist kein Tier, das sich gern auf dem Schoß sitzen lässt oder viel Körperkontakt toleriert. Stattdessen ist sie sehr bewegungsfreudig, erkundet ihr Gehege gerne und braucht ausreichend Platz, um nicht gestresst zu werden. In beengten Haltungssystemen leidet ihre Leistung und ihr Wohlbefinden erheblich.

Für Halter, die bereit sind, ausreichend Freilauf bereitzustellen, ist sie jedoch eine ausgesprochen interessante Wahl. Sie findet gut selbst Nahrung im Freien, was die Futterkosten reduziert, und ihre Kombination aus Autosexing und blauem Ei macht sie zu einer der genetisch interessantesten Hühnerrassen, die man halten kann. In Spanien ist sie noch selten, kann aber bei spezialisierten Züchtern oder über Vogelzuchtvereine bezogen werden.

Tipps zur Haltung der Cream Legbar

  • Nutze das Autosexing-Merkmal direkt beim Schlüpfen: Hähne haben einen hellen Kopffleck, Hennen sind dunkler und ohne Fleck.
  • Plane mindestens 4 m² Freilauf pro Tier — die Cream Legbar ist sehr aktiv und braucht Platz, um nicht zu stressen.
  • Kaufe Tiere nur bei Züchtern, die die Reinheit der Linie dokumentieren können, da viele angebotene Tiere Easter Egger sind.
  • Achte auf ausreichend Schutz vor Raubtieren, da die aktive Natur der Cream Legbar sie weiter ins Freiland führt als andere Rassen.
  • Biete natürliche Nahrungsquellen an: Die Cream Legbar ist ein guter Freifresser und findet Insekten und Gras aus eigener Initiative.
  • Lasse neue Tiere mindestens eine Woche lang hinter einem Trenngitter und führe sie dann schrittweise in den bestehenden Bestand ein.
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