Füttern von Leggern: Was sie benötigen und was überflüssig ist

Die Grundlage: Vollfutter für Legehennen
Mindestens 80 % der täglichen Ernährung einer Legehenne sollte aus spezifischem Vollfutter für Legehennen bestehen. Dieses Futter ist so zusammengesetzt, dass es alle notwendigen Nährstoffe in den richtigen Verhältnissen enthält: Protein (typischerweise 16–18 %), Energie, Mineralstoffe und Vitamine. Ein gutes Vollfutter deckt auch den Bedarf an Spurenelementen wie Mangan, Zink und Selen, die für die Schalenqualität und die allgemeine Gesundheit der Tiere entscheidend sind.
Wenn die Hühner ausreichend Vollfutter erhalten, zeigt sich das direkt in der Produktion: regelmäßige Eiablage, feste Schalen und gute Eidotterfarbe. Minderwertige oder unausgewogene Ernährung hingegen äußert sich zuerst in dünnschaligen Eiern, dann in sinkender Legerate und schließlich in gesundheitlichen Problemen. Die Investition in hochwertiges Futter amortisiert sich rasch durch stabile Produktion und gesunde Tiere.
Lagere das Futter immer trocken, kühl und lichtgeschützt. Feuchtes oder schimmeliges Futter kann Mykotoxine enthalten, die für Hühner hochgiftig sind. Kaufe lieber kleinere Mengen häufiger als große Säcke, die lange lagern. Ein Sack von 25 kg reicht für vier bis sechs Hennen etwa einen Monat — das ist die optimale Kaufmenge für kleine Bestände.
Calcium: der kritische Nährstoff für die Schalenbildung
Jedes Ei enthält in seiner Schale etwa 2 g Calcium. Wenn die Henne diesen Bedarf nicht über die Nahrung decken kann, entnimmt sie das Calcium aus ihren eigenen Knochen — ein Prozess, der langfristig zur Osteoporose führt und die Lebenserwartung deutlich verkürzt. Obwohl gutes Legefutter Calcium enthält, reicht die enthaltene Menge bei hochproduktiven Hennen oft nicht vollständig aus.
Die Lösung ist einfach: Stelle neben dem Futternapf eine separate Schale mit Muschelkalk oder fein zerkleinerter getrockneter Eierschale auf. Die Hühner nehmen selbst die benötigte Menge auf — weder zu wenig noch zu viel. Mische das Calcium niemals direkt ins Futter, da Hühner dann die Dosis nicht regulieren können und es zu einer Überversorgung kommen kann, die ebenfalls schädlich ist.
Besonders wichtig ist die Calciumversorgung im Sommer, wenn die Hennen mehr trinken und weniger fressen. In heißen Perioden kann die Schalenqualität trotz guter Grundernährung nachlassen. Eine konstante Verfügbarkeit von Calciumzusätzen löst dieses Problem zuverlässig. Beachte auch, dass ältere Hennen einen höheren Calciumbedarf haben als Junghennen.
Wasser und sinnvolle Nahrungsergänzungen
Wasser ist der am häufigsten unterschätzte Nährstoff in der Hühnerhaltung. Eine Legehenne trinkt je nach Temperatur zwischen 200 und 500 ml pro Tag — an heißen Sommertagen können es auch 700 ml sein. Fehlt Wasser, sinkt die Eiproduktion innerhalb weniger Stunden messbar. Nach 24 Stunden ohne ausreichende Wasserversorgung kann der Produktionsausfall mehrere Tage andauern, selbst wenn die Tiere danach wieder Zugang zu Wasser haben.
Als sinnvolle Ergänzungen zur Grundernährung eignen sich frisches grünes Blattgemüse wie Salat oder Mangold, Obstreste ohne übermäßige Zitrusmengen, Getreide als gelegentliche Belohnung sowie lebende Insekten oder getrocknete Mehlwürmer als natürliche Proteinquelle. All das sollte insgesamt nicht mehr als 20 % der Gesamternährung ausmachen, damit das Vollfutter seinen Platz behält.
Lebensmittel, die du Legehennen niemals geben solltest: Avocado (das Toxin Persin ist für Vögel tödlich), Schokolade und Kakao, große Mengen Salz, verfaulte oder schimmelige Nahrung sowie stark verarbeitete Produkte. Kleine Mengen Knoblauch sind akzeptabel und können sogar als natürliches Antiparasitikum wirken, aber in übermäßigen Mengen schaden sie dem Verdauungssystem.
Saisonale Anpassungen der Fütterung
Im Winter verbrauchen Hühner mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten, und legen gleichzeitig weniger aufgrund der kürzeren Tageslichtdauer. In dieser Jahreszeit ist es sinnvoll, den Anteil energiereicher Nahrung leicht zu erhöhen — etwa durch eine Handvoll Mais am Abend. Das gibt den Tieren zusätzliche Wärme für die Nacht und unterstützt die Körperkondition in der produktionsarmen Jahreszeit.
Im Sommer hingegen fressen die Tiere oft weniger und trinken deutlich mehr. Bei Hitzestress kann die Eiproduktion und Schalenqualität sinken, selbst wenn das Futter qualitativ gut ist. Kühle, schattige Tränkestationen und eine frische Wasserversorgung mehrmals täglich helfen, die Produktion stabil zu halten. Manche Halter bieten im Sommer auch gekühltes Obst oder Eiswürfel mit eingefrorenem Gemüse an, um die Tiere zur Wasseraufnahme zu animieren.
Praktische Tipps zur Fütterung von Legehennen
- Stelle immer eine separate Schale mit Muschelkalk oder Eierschalenmehl bereit — nie direkt ins Futter mischen.
- Wechsle das Trinkwasser täglich und reinige die Tränke mindestens alle zwei Tage gründlich, im Sommer täglich.
- Lagere Futter trocken und kühl — kaufe lieber kleinere Mengen öfter als große Säcke, die schimmeln können.
- Nahrungsergänzungen wie Gemüse, Obst oder Insekten dürfen maximal 20 % der Ernährung ausmachen.
- Niemals Avocado, Schokolade, Salz oder schimmelige Nahrung anbieten — diese sind für Hühner giftig oder schädlich.
- Im Winter abends eine Handvoll Mais geben, um den Energiebedarf zur Wärmeerhaltung zu decken.